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Pflegemaßnahmen im Winter

News
06.12.2018
Pflegemaßnahmen im Winter

Winterkulturen wie Primel, Hornveilchen, Stiefmütterchen, Ranunkeln sowie andere zweijährige Pflanzen und Stauden sind in dieser Jahreszeit einer Reihe von Risiken ausgesetzt. Eine geringe Lichtintensität, Kälte und eine hohe relative Luftfeuchtigkeit (rF) kann Blätter und Blüten beschädigen und den Befall mit Fäule verursachenden Pilzen begünstigen. 

Diese Risiken können durch einige wenige Maßnahmen minimiert werden, sagt Ben Geijtenbeek, Senior Crop Technical Specialist bei Syngenta Flowers®, der am Standort in Enkhuizen in den Niederlanden arbeitet.  

Für eine gesunde Winterkultur hält er sich an zwei Voraussetzungen: Erstens sollte diese mit der Wahl der passenden Genetik beginnen und zweitens ist eine Kontrolle der „essentiellen Wachstumsfaktoren“, wie er sie bezeichnet, im Gewächshaus erforderlich.

Ben empfiehlt: „Halten Sie die Pflanzen in gutem Zustand, indem Sie von Anfang an auf ein recht hohes EC-Niveau achten, um das richtige Gleichgewicht der Elemente, EC und pH-Wert zu erhalten. Das Gewächshausdach sollte gereinigt werden, um eine maximale Lichteinstrahlung zu erreichen und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Temperatur und Lichtniveau herstellen zu können.“

 „Etwas heizen ist gut“, betont er. „So bleibt die Pflanze aktiv und die Luftfeuchtigkeit wird gesenkt. Begrenzen Sie die Wärme jedoch und halten Sie sie gut unter Kontrolle.“ Ben empfiehlt weniger Wärme an dunkleren und höhere Temperaturen an sonnigen Tagen, um so die natürliche Bedingungen nachzuahmen. Eine Bewässerung von unten, um die Blätter trocken zu halten, ist für die Kontrolle des Klimas ebenso wichtig.

Eine ausreichende Ventilation zwischen den Pflanzen sollte Tag und Nacht gewährleistet sein, dabei sollten die Pflanzen in einem gesunden Abstand zueinander stehen, damit die Luft um sie herum frei zirkulieren kann.

Auch bei Frost sollte eine Belüftung erfolgen doch – kritischer Faktor – der Produzent sollten vermeiden, dass die Pflanzen immer wieder die 0°C-Grenze überschreiten müssen. Es ist besser, eine konstante Temperatur zu halten, entweder etwas unter Null mit zusätzlicher Belüftung oder eben über Null.

 „Ich bevorzuge die zweite Option“, betont Ben, und ergänzt: „Wenn jedoch frostige Temperaturen angekündigt sind, sollte man daran denken, die Pflanzen ausreichend zu gießen, damit die Topferde nicht austrocknet. Bei Schnee muss dieser vom Dach des Gewächshauses entfernt werden, da er das dringend benötigte Licht absorbiert und reflektiert.“

Ein gutes Klima-Management und eine gewissenhafte Kontrolle der Kultur können die Risiken von Ausfällen im Winter weitestgehend minimieren. Sie reduzieren außerdem die Abhängigkeit von (chemischen) Pflanzenschutzmitteln (die laut Ben bei niedrigen Temperaturen in ihrer Wirkung sowieso nachlassen) und verringern den erforderlichen Arbeitsaufwand. Und natürlich lassen sich gesündere Pflanzen besser verkaufen.